Antrag auf Nachteilsausgleich zur Verbesserung der Wartezeit

Im Rahmen der Auswahl nach Wartezeit kommt es auf die Anzahl der Halbjahre an, die seit dem Erwerb der Studienberechtigung (z. B. Abitur) verstrichen sind. Es können jedoch Umstände vorliegen, die den Erwerb der Studienberechtigung verzögert haben. Die Bewerberin bzw. der Bewerber wird dann weniger Wartezeit vorweisen.

In diesem Fall wird bei der Auswahl nach Wartezeit ein früherer Zeitpunkt des Erwerbs der Studienberechtigung zugrunde gelegt. Die Bewerberin bzw. der Bewerber nimmt also an der Auswahl mit einer Wartezeit teil, die voraussichtlich ohne die Verzögerungen erreicht worden wäre. Es können hierbei nur Umstände berücksichtigt werden, die Sie nicht selbst zu vertreten haben.

Beispiel: 
Claudia bewirbt sich zum Wintersemester 2017/18. Ihr Reifezeugnis ist datiert vom Juni 2011, so dass ihre Wartezeit 10 Halbjahre beträgt. Sie weist jedoch nach, dass sie das 11. Schuljahr wegen Krankheit wiederholen musste. Ohne Wiederholung der Klasse 11 hätte sie ihre Reifeprüfung bereits im Juni 2010 abgelegt und somit eine Wartezeit von 12 Halbjahren vorzuweisen. Claudia wird deshalb mit einer Wartezeit von 12 Halbjahren an der Auswahl beteiligt.

Falls zum  Wintersemester 2017/18  die Auswahlgrenze für den gewünschten Studiengang bei 12 Halbjahren liegt, wird sie ausgewählt. Beachten Sie bitte auch die nachrangigen Kriterien bei der Auswahl. Ergibt sich aber eine Auswahlgrenze von 13 oder mehr Halbjahren, kann sie trotz des Nachteilsausgleichs über die Wartezeitquote nicht zugelassen werden.

Das Beispiel verdeutlicht, dass der Nachweis des Antragsgrundes (hier: Krankheit) für die Anerkennung des Antrages allein nicht ausreicht. Sie müssen zusätzlich nachweisen, dass sich dadurch der Erwerb der Studienberechtigung verzögert hat.

Die erforderlichen Nachweise: Diesen Nachweis können Sie durch eine Bescheinigung Ihrer Schule über Grund und Dauer der Verzögerung beim Erwerb der Studienberechtigung sowie sonstige zum Nachweis des Verzögerungsgrundes geeignete Belege (z.B. fachärztliches Gutachten)  führen.

Die Belege zu Ihrem Sonderantrag legen Sie bitte als amtlich beglaubigte Fotokopie vor.

Unter welchen Umständen ein solcher Antrag Erfolg haben kann und welche Nachweise Sie im Einzelnen vorlegen müssen, wird im Folgenden dargestellt. Zur Erleichterung der Antragstellung sind die meisten vorkommenden Fälle in einer Kategorienliste zusammengefasst. Wenn Sie glauben, dass Gründe auf Sie zutreffen, notieren Sie sich bitte die entsprechende Nummer und markieren Sie sie in der Datenmaske.