Antrag auf Nachteilsausgleich zur Verbesserung der Durchschnittsnote

Bei der Vergabe der Studienplätze ist die Durchschnittsnote ein wesentliches Auswahlkriterium. Auch bei der Entscheidung über Ihren Studienort wird auf die Durchschnittsnote zurückgegriffen.

Leistungsbeeinträchtigungen, die Sie gehindert haben, eine bessere Durchschnittsnote zu erreichen, würden sich daher bei der Studienplatzvergabe negativ auswirken. Werden derartige Umstände und ihre Auswirkungen nachgewiesen, wird Ihr Zulassungsantrag mit einer verbesserten Durchschnittsnote am Vergabeverfahren beteiligt.

Es können hierbei nur Umstände berücksichtigt werden, die Sie nicht selbst zu vertreten haben.

Beispiel: 
Bernd bewirbt sich zum Wintersemester. Seine Durchschnittsnote im Abitur 2015 beträgt 2,3. Er weist jedoch nach, dass er im zweiten Halbjahr 2014 einen schweren Verkehrsunfall mit monatelangem Krankenhausaufenthalt erlitten hat. Aus den Zeugnissen vor dem Unfall (Durchschnittsnote: 2,0) ist ersichtlich, dass er ohne den folgenschweren Unglücksfall wahrscheinlich eine Abiturnote von 2,0 erreicht hätte. Die Auswirkungen der unfallbedingten Beeinträchtigung äußern sich also in einer Verschlechterung der Durchschnittsnote im Abitur von 0,3. Bernd wird deshalb mit der Durchschnittsnote von 2,0 an der Auswahl beteiligt.
Falls die Auswahlgrenze für den gewünschten Studiengang bei 2,1 liegt, bekommt Bernd einen Studienplatz. Bildet sich die Auswahlgrenze aber bei 1,9, muss er trotz verbesserter Durchschnittsnote abgelehnt werden.

Das Beispiel verdeutlicht, dass der Nachweis des Antragsgrundes (hier: Krankheit) für die Anerkennung des Antrages allein nicht ausreicht. Sie müssen zusätzlich nachweisen, wie sich dies auf die Durchschnittsnote ausgewirkt hat.

Unter welchen Umständen ein solcher Antrag Erfolg haben kann und welche Nachweise Sie im Einzelnen vorlegen müssen, wird im Folgenden dargestellt. Um Ihnen die Antragstellung zu erleichtern, hat hochschulstart.de eine Kategorienliste aufgestellt, die den größten Teil der vorkommenden Fälle umfasst.

Wenn Sie glauben, dass Gründe auf Sie zutreffen, notieren Sie sich bitte die entsprechende Nummer und markieren Sie sie in der Datenmaske. Ferner finden Sie einen Negativkatalog von Fällen, in denen ein Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote üblicherweise nicht anerkannt werden kann.

Welche Unterlagen sind erforderlich ? 

Wollen Sie einen Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote stellen, müssen Sie zum Nachweis des Leistungsverlaufs amtlich beglaubigte Kopien Ihrer Schulzeugnisse beifügen. Aus den beigefügten Schulzeugnissen muss erkennbar sein, dass sich Ihre schulischen Leistungen verschlechtert haben und dies Auswirkungen auf Ihre erreichte Durchschnittsnote hat. Fügen Sie aus diesem Grund Zeugnisse aus dem Zeitraum vor und nach dem Eintritt des beeinträchtigenden Ereignisses bei.

Zusätzlich muss als weiterer Nachweis ein Gutachten der Schule (nicht einzelner Lehrerinnen oder Lehrer) beigebracht werden. Denn nur die Schule kann beurteilen, ob und in welchem Umfang sich die belastenden Umstände auf Ihre schulischen Leistungen ausgewirkt haben. Fordern Sie das Gutachten so frühzeitig wie möglich an, damit Ihre Schule es noch vor Bewerbungsschluss erstellen kann.

Sie müssen Ihrem Antrag zusätzlich alle Unterlagen beifügen, auf die sich das Schulgutachten stützt, z. B. Schulzeugnisse und fachärztliche Gutachten.

Auf ein Schulgutachten kann nur verzichtet werden, wenn die Schule nicht in der Lage ist, es zu erstellen. Beispiel: Sie haben die Schule nur kurze Zeit besucht, so dass diese außerstande ist, die Auswirkungen des Antragsgrundes zu beurteilen. In diesem Fall müssen Sie ein Gutachten eines Sachverständigen vorlegen.